Etwas zur Geschichte des Billardsports |
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So schwer zu erklären ist, warum vom Billard so eine Faszination ausgeht, so schwer ist es, etwas wirklich Verlässliches über seine Geschichte zu sagen. Eins steht fest: Billard ist eine sehr alte Sportart, deren Anfänge weit zurück liegen. Wer ahnt schon, dass dieses Spiel, das ein hohes Maß an Konzentration und Kondition erfordert, eine mehr als 2.000 Jahre alte Tradition besitzt. In den Annalen des Sportes findet man Mozart, ein großer Anhänger des Billard, Immanuel Kant, der zeitweise seinen Lebensunterhalt durch das Billard bestritten haben soll, die schottische Königin Maria Stuart oder den Französische Sonnenkönig. In den Anfängen der Beschreibung des Billard erfährt man aus Zeichnungen, dass schon den Ägyptern das Billardspiel nicht fremd war. Und schon 2000 v. Chr. berichtet der griechische Philosoph Anarchis von einem Spiel mit Kugeln, dass dem heutigen Billard sehr ähnlich war. |
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Billard wurde volkstümlich erst durch die Französische Revolution 1789, in deren Verlauf das Spiel, dass vorher Königen und Fürsten vorbehalten war, jetzt auch vom gemeinen Volk gespielt wurde. Etliche Neuerungen kamen hinzu. Die Bälle wurden mit dem dünnen Ende des Queues gestoßen, seine Holzspitze aufgeraut und gekreidet. Als weitere wichtige Neuerungen galten die in Amerika erfundenen Gummibanden und Kunststoffbälle. Das Karambolage-Billard, wie wir es kennen, fand erstmals 1795 in Frankreich Erwähnung. Es wurde mit zwei weißen und einem roten Ball gespielt. Rechteckige Tische ersetzten die quadratischen, Bogen, Kegel und Löcher verschwanden. Das gerade Queue verdrängte den Schlägel, die Bälle wurden mit dessen dickem Ende gespielt. In England blieben die Löcher erhalten. Das ursprüngliche Zweiballspiel wurde zum Mehrballspiel, heute bekannt als Poolbillard. Aus diesem entwickelte sich später das Snooker. |
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Der wirkliche Durchbruch aber gelang nur durch intensive Forschungen an einem ganz besonderen Ort: im Gefängnis! Dem Franzosen Mengaud, später Träger des Titels „Professeur de Billard“, wurde während einer Haftstrafe, die er im Jahre 1825 abzusitzen hatte, das Billardspielen erlaubt. Einen kleinen Fehler an der Spitze seines Queues reparierte er mit einem Stück Leder aus seinem Stiefel. Der anfängliche Notbehelf eröffnete dem damaligen Billard völlig neue Dimensionen, erstmals waren Effetstöße und Rückläufer möglich. Im 20. Jahrhundert werden die Tische beheizt und das Material der Bälle immer besser. Neue Disziplinen wie Cadre, Einband, Dreiband und Billardartistik bilden sich heraus. Systematische Spielführung und Strategie erleben einen ungeheuren Bedeutungsgewinn. Welche Entwicklungen die Zukunft hier noch verbirgt, ist schwer zu sagen, aber ... dieser Ball ist noch nicht ausgerollt. |
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Karambolage-Billard |
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Poolbillard und Snooker erfreuen sich in den letzten Jahren einer ständig wachsenden Popularität. Karambolage gilt hingegen eher als exotisch, zumindest hierzulande. Kaum jemand weiß, worum es dabei eigentlich geht. Schon rein optisch vermisst man das vertraute Lochwerk im Tisch, auf dem sich auch immer nur drei Bälle befinden. Ähnlich schlicht wie der Spielaufbau sind auch die Regeln beim Karambolage: Jedem der zwei SpielerInnen wird zu Beginn des Spiels ein Spielball fest zugewiesen (weiß bzw. weiß mit Punkt oder gelb). Nur dieser Ball darf vom jeweiligen Spieler gestoßen werden. Der dritte (rote) Ball ist neutral. Die Kontrahenten müssen nun versuchen, mit ihrem Spielball die beiden anderen zu treffen - egal in welcher Reihenfolge. Gelingt dies, erhält der Spieler einen Punkt und darf erneut stoßen. Verfehlt der Spieler die Karambolage, kommt der Gegner ans Spiel. Waren beide einmal am Spiel, ist eine sogenannte Aufnahme vorüber. Die Partie endet bei einer zuvor vereinbarten Anzahl von Aufnahmen bzw. Punkten. Gewonnen hat natürlich der Spieler mit den meisten Punkten. |
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Dieses Basisreglement gilt für fast alle Disziplinen. In der Freien Partie gilt zusätzlich, dass in den eingezeichneten Eckenbereichen des Tisches spätestens nach zwei Karambolagen einer der zu treffenden Bälle dieses Feld verlassen muss. Für das Cadre gilt ähnliches, nur ist hier der Tisch komplett in solche Zonen aufgeteilt. Beim Einband muss der Spielball vor Vollendung der Karambolage (vor Berührung von Ball drei) eine Bande berührt haben - entsprechend fordert das Dreiband mindestens drei Bandenberührungen. Etwas aus dem Rahmen fallen die Disziplinen Billard-Artistik und Fünf-Kegel-Billard. Billard-Artistik oder auch Kunststoß genannt, hat wohl jede/r bereits im TV bestaunt. Fünf-Kegel-Billard hingegen ist eine Variation des klassischen Karambolage mit Miniaturkegeln und lässt in mancher Hinsicht Vergleiche zum Snooker-Spiel zu. |
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So einfach die Regeln sind, so kompliziert ist es oftmals den nächsten Punkt zu machen. Zum täglich´ Brot im Karambolage gehören deshalb verschiedenartige Techniken wie Rücklauf, Nachlauf, Effet oder Kopfstöße. Bei mehrbändigen Stößen braucht es zusätzlich das Verständnis für den Lauf der Bälle, der sich entgegen einer weit verbreiteten Meinung der einfachen geometrischen Betrachtung beharrlich entzieht. Um größere Serien zu erzielen, bedarf es aber nicht nur der Kontrolle über den Spielball, sondern über alle drei Bälle - schließlich soll ja der nächste Punkt möglichst leicht zu erzielen sein. Das stellt die strategischen Fähigkeiten der SpielerInnen auf die Probe. Die jeweilige Taktik ist dabei in den Disziplinen durchaus unterschiedlich. In der Freien Partie beispielsweise strebt man eine möglichst enge Ballvereinigung in der Nähe einer kurzen Bande an. Ist eine derartige Position einmal erreicht, soll diese mit speziellen Stößen erhalten bleiben. Der Altmeister und Billardpapst Conti hat diese Strategie einmal "fabelhaft" mit der eines Hütehundes verglichen, der seine Schafe unter Kontrolle hält, indem er sie zwischen sich und einen nahegelegenen Zaun treibt. Doch auch diejenigen, die diese hohe Schule des Billards nicht so souverän beherrschen, können an den für alle Spielstärken ausdifferenzierten Meisterschaften auf Landesebene teilnehmen. Die Wettkampforganisation führt schließlich über Deutsche Meisterschaften und die Bundesliga bis hin zu Europa- und Weltmeisterschaften. |
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| Also dann: Queue immer schön flach halten und "Gut Stoß" | |